Wo so das Weltbild durchkommt
Auf Spiegel online gibt es einen Artikel zu den kaum aufklärbaren gewalttätigen Übergriffen einiger Polizisten. Plötzlich kommt das hier daher:
Übergriffe passieren gern dann, wenn Polizisten unter sich sind, wie auf der Wache. Allerdings ist die Klientel, mit der die Beamten zu tun haben, alles andere als pflegeleicht: Betrunkene, Randalierer, Drogensüchtige, Ausländer, die kaum Deutsch sprechen. Schnell kann es zu Grenzüberschreitungen kommen, aus Frust, nach einer Provokation, als Akt der Selbstjustiz.
Was hier für ein Weltbild kurz aufblinkt, ist erschreckend. Ausländer werden in eine Reihe mit Randalierern, Betrunkenen und wahrscheinlich allem anderen, was dem bürgerlichen Ordnungssinn widerstrebt, gesetzt. Die Begründung ist der Frust. Nö, rassistische Polizisten, die Immigranten als vogelfrei begreifen, gibt’s nicht.
Die vierte Gewalt oder “Good boy”
Heute hat Spiegel online zum Jahrestag der Anschläge in den USA ein Video “11. September 2001: Der Terror und die Folgen” veröffentlicht. Dort wird die ganze Bedrohung des Terrors in altbekannter Manier beschworen und noch als Rechtfertigung des heutigen Afghanistans-Einsatzes herangezogen. Kein Wort einer Kritik an dem offiziellen Kurs. Kein Wort von massiven Einschränkungen der Bürgerrechte. Kein Wort von einem verändertem gesellschaftlichem Klima. Die vierte Gewalt, diesmal in Form des ehemaligen “Sturmgeschütz des Demokratie”, ist anscheinend dabei, sich dankbar zu der Exekutive und den anderen Pappnasen an den Tisch zu setzen und in aller Ruhe zu dinieren.
Oder vielleicht ist sie doch schon ein Schosshündchen?
Wird Zeit, dass die Presse schnell das Beißen wieder lernt, denn es geht immer weiter:
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