imazineblog

2009 war ein gutes Filmjahr

Posted in Film by imazined on 29/12/2009

Das war die Erkenntnis, die sich mir ergab, als ich mal Revue passieren ließ, was ich dieses Jahr alle im Kino sah. Deshalb die ungewertete Top-/Geht-so-/Och-Nö- und Will-ich noch-sehen-Liste:

(more…)

Tagged with: , , ,

Vic Chessnut ist tot

Posted in Musik by imazined on 28/12/2009

Vic_Chesnutt,_b

Vic Chessnut hat sich vorgestern mit einer Überdosis Muskelrelaxane selbst getötet. Die ganze traurige Geschichte gibt es bei kultref.

Eine MP3 gibt es auf der Homepage des Films “Mitte Ende August” zum Download.

(via)

Tagged with:

Wo so das Weltbild durchkommt

Posted in Medien, Politik by imazined on 17/12/2009

Auf Spiegel online gibt es einen Artikel zu den kaum aufklärbaren gewalttätigen Übergriffen einiger Polizisten. Plötzlich kommt das hier daher:

Übergriffe passieren gern dann, wenn Polizisten unter sich sind, wie auf der Wache. Allerdings ist die Klientel, mit der die Beamten zu tun haben, alles andere als pflegeleicht: Betrunkene, Randalierer, Drogensüchtige, Ausländer, die kaum Deutsch sprechen. Schnell kann es zu Grenzüberschreitungen kommen, aus Frust, nach einer Provokation, als Akt der Selbstjustiz.

(SpOn: Prozesse: Solidarisches Schweigen)

Was hier für ein Weltbild kurz aufblinkt, ist erschreckend. Ausländer werden in eine Reihe mit Randalierern, Betrunkenen und wahrscheinlich allem anderen, was dem bürgerlichen Ordnungssinn widerstrebt, gesetzt. Die Begründung ist der Frust. Nö, rassistische Polizisten, die Immigranten als vogelfrei begreifen, gibt’s nicht.

Tagged with: , ,

Polizeigewalt in Kopenhagen (August 2009)

Posted in Politik by imazined on 16/12/2009

Es handelte sich dabei um die Blockade der Abschiebung von 17 Irakern, die in einer Kirche Asyl gesucht hatten.

(via Nerdcore)

Tagged with: ,

WTF: Chefredakteur gesucht!

Posted in Medien, TV by imazined on 15/12/2009

Unbenannt

(gefunden auf crew-united.com)

Tagged with: , ,

Uwe Boll will’s mal wieder wissen: Schmeling

Posted in Film by imazined on 12/12/2009

Uwe Boll, der Regisseur zur Zeit mit zwei Filmen in den IMDB Bottom 100, verfilmt das Leben Max Schmelings mit Henry Maske als Schmeling.

Mit dem Boxen kennt sich Uwe Boll besser als seine Kritiker aus:

Die Null-Euro-Jobber und das Risiko

Posted in Wirtschaft by imazined on 06/12/2009

Das Unternehmer Magazin impulse berichtete über die Firma Friendly Service, für die Schüler und Studenten in Supermärkten als Einpackhilfen arbeiten. Diese erhalten allerdings nur ihr Trinkgeld, was Friendly Service als ihren Lohn bezeichnet. Die Firma selber erhalte laut impulse drei bis fünf Euro die Stunde für die Einpackhelfer. Nachdem dieser Artikel den Begriff “Null-Euro-Jobber” in den Raum setzte, zog diese Nachricht immer weiter. Sueddeutsche.de berichtet wiederum, dass der Begriff des Null-Euro-Jobbers das Geschäftmodell von Friendly Service beschädigt habe. Ein großer Teil der Supermärkte habe auf den Einsatz der Einpackhelfer verzichtet. Der Geschäftsführer Friendlys Services sieht die ganze Kritik als unberechtigt. Snip von sueddeutsche.de:

Er möchte die berufliche Selbständigkeit in Deutschland fördern und den jungen Leuten vermitteln, "dass jeder selbst für sein Glück verantwortlich ist". Kapitalismus als Erziehungsauftrag. Eigeninitiative ist gefragt. Wer auf die Leute zugeht, bekommt mehr Trinkgeld. Wer mehr Trinkgeld bekommt, darf sich die besten Schichten aussuchen.

Zu dem Modell und einem Sternchen-System bewertet  werden. Wer auf dieser Rankliste oben steht kann sich seine Schichten selber aussuchen und der Rest bekommt die, die noch übrig sind. Diese Regeln kann man sich auf der Website von Friendly Service selber anschauen. Dort gibt es ein “Handybuch für Servicekräfte” zum Download. In diesem ist unter anderen festgelegt, dass die gesetzlichen Pausenzeiten eingehalten werden, da:

Die Schichtzeiten sind mit einer durchschnittlichen Dauer von 5 Stunden und einer zu erwartenden Leerlaufzeit so angelegt, dass sie dieser Forderung nachkommen.

Dass die Einpackhelfer sich jetzt schützend vor Friendly Service stellen und argumentieren, dass sie tw. zwischen 7-15 Euro verdienen, ist die eine Seite der Medaille, auf der anderen Seite wird nirgendwo ausgeprochen, was dieses Unternehmen macht. Es lagert das Unternehmerrisko fast ausschließlich auf die Einpackhelfer aus und behält gleichzeitig die Weisungsbefugnis. Würden die Einpackhelfer auf eigene Rechnung arbeiten und direkt mit den Supermärkten verhandeln, bakämen sie evtl. nicht automatisch mehr Geld, aber sie hätten mehr Möglichkeiten über die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit zu verhandeln. Das Risiko bliebe das Gleiche.

Kurzfilm: I Love Sarah Jane

Posted in Film by imazined on 05/12/2009

sarah-jane

Ein dreizehnjähriger Junge hat sich ein 17-jähriges Mädchen verliebt, das den ganzen Tag genervt vor dem Fernseher hängt und keinerlei Spaß daran hat mit den rüpelhaften Jungs in diesem amerikanischen Vorwort-Slum zusammenzuleben. Aber der Junge versucht immer wieder ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, doch sie ist anscheinend abgelenkt, denn schließlich hat die Welt gerade eine Zombie-Epidemie halbwegs überstanden.

Der Regisseur Spencer Susser hat gerade seinen ersten Langspielfilm mit Nathalie Portman (The Darjeeling Limited, Garden State) und Joseph-Gordon Lewitt (Brick, (500) Days of Summer) fertiggestellt. Snip von Slashfilm:

After the tragic loss of his Mother, T.J., Along with his pill popping father (Wilson), are forced to live with his elderly Grandmother.  A young man with with a troubled past named Hesher (Levitt) assumes the role as both mentor and tormentor, leading T.J into troubles he could never have imagined. A young grocery clerk named Nicole (Portman) steps in to protect T.J from a vicious attack, and becomes the object of T.J’s fantasies. And Hesher moves into Grandma’s home, although uninvited, he is somehow accepted.

(via)

Minarette und Politik im Karoraster

Posted in Politik by imazined on 02/12/2009

Da stimmt die Schweiz über ein Verfassungsverbot (!) zum Bau von Minaretten ab und dieses Verbot kommt auch noch durch. So weit, so unschön, so klar die Reaktionen aller, die solche Initiativen als unnötiges und schädliches Verbot ablehnen. Allerdings gibt es da einen Bundesvorstandsmitglied der neuen freiheitsliebenden Piratenpartei und der äußert sich nicht nur einmal, nicht nur zweimal, sondern bisher dreimal zu dem Thema. Er hängt seine Postings unter dem Vorwand direkten Demokratie auf. So weit bisher und dann kommt diese Aussage:

Eine politisch-totalitäre Bewegung, die sich anderen Glaubens- und Denkrichtungen überlegen fühlt und den Anspruch hat, Andersdenkende zu bekehren und gegebenenfalls zu töten, steht hingegen nicht unter dem Schutz der Religionsfreiheit – denn Freiheit geht immer nur so weit, wie sie die Freiheit eines anderes nicht verletzt.

(Aus dem ersten der drei Posts: “Respekt für die Schweiz!”)

Der Text bezieht sich unmittelbar auf den Islam, nicht auf die Islamisten. Eine andere Lesart des Textes ist schlicht und einfach nur durch den Willen des Lesers möglich. Was nun folgt ist die Empörung, die leider Henryk M. Broder für seine mindestens genauso unterirdische quid-pro-quo-Argumentation nicht erfahren hat, und es tauchen die Vertreter der Freiheit auf. Die Vertreter, die Freiheit für das Natriumglutamat der Politik halten. Und in ihrem Kielwasser stehen plötzlich unglaublich islamophobe Äußerungen unter dem Artikel und in dem Forum des Piratenpartei.

Da König nicht mit dem Antworten auf die Kommentare hinterherkomme, veröffentlicht er einen zweiten Blogpost, der von sa7yr schon treffend auseinandergenommen wurde. Das wichtige aber ist, dass König sich nicht mit einem Satz bemüßigt fühlt, das obenstehende evtl. missverständliche Zitat zu korrigieren. Stattdessen gibt noch mehr von sich:

[…] wenn sich eine Mehrheit der Bevölkerung, aus welchen Gründen auch immer, von Bauwerken einer religiösen Gruppierung gestört fühlt, ist es ihr gutes Recht, solche Bauwerke zu verbieten. Natürlich können die Anhänger dieser religiösen Gruppierung weiterhin ihre Religion in privaten, rechtlich zugelassenen Räumen ausüben.

(Aus dem zweiten der drei Posts: “Religion und Politik”)

Was hier steht, ist die Negation der Religionsfreiheit laut der Erklärung der Menschenrechte:

Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.

(Erklärung der Menschenrechte auf www.amnesty.org , Artikel 18)

Der dritte Post Königs: geschenkt. Er fängt an sich auf “linke Feministinnen” als Autorität zu berufen. Immer noch keine Differenzierung zwischen Islam und Islamismus.

Wie so oft bei Artikeln sind die Diskussionen dazu viel interessanter als der Artikel selber. Im Großen und ganzen zeichnen sich vier Lager ab. Erstens die, die sagen, das ist doch so nicht gemeint. Die sind aber seit dem zweiten Post sehr viel stiller geworden. Die zweiten, die sagen, das sei ein demokratisches Ergebnis und als solches zu akzeptieren. Die dritten, die sagen, Recht hat er, der König! Der Islam bedrohe uns und nun würde zurückgehauen. Und schließlich die vierten, die das ganze als Rechtspopulismus bezeichnen. Wer von denen hat nun recht? Ich tendiere zwar zu der vierten Grupppe, dennoch finde ich die Diskussion, wie sie geführt wurde erschreckend. Es gibt bei der Piratenpartei oder ihren Anhängern offensichtlich eine unglaubliche Unkenntnis der Politik. So ordnet sich König selber wie folgt politisch ein:

koenig

(Quelle: Aaron Königs Profil im Wiki der Piratenpartei)

Also ein links-liberales Bundesvorstands-Mitglied einer der meist diskutierten demokratischen Kleinstparteien, die auch schon mal zum Grundgesetzlesen geladen haben, stellt seine politische Haltung öffentlich soals Diagramm dar.

Diese Grafik ist, mit Verlaub, Bullshit. Abgesehen davon, dass politicalcompass.org sehr auf amerikanische Politikverhältnisse abgestimmt ist, kann man seine politischen Haltungen und Werte nicht mal eben in ein Karopapier-Raster stecken. Leider tut das nicht nur er, sondern auch viele andere, die in den Diskussionen immer wieder betonten, dass sie ja nicht rechts seien, aber dennoch der gleichen Meinung seien.

Update: Teil víer ist online. König findet jetzt Symbolpolitik, die Grundrechte verletzt, toll, oder habe ich das auch schon wieder falsch verstanden:

Ich verstehe den Volksentscheid in der Schweiz, der ja durch Stimmen aus dem linken, feministischen Lager entschieden wurde, als symbolisches Statement für die Werte der Aufklärung und gegen totalitären Fanatismus. Es mag sein, dass das Minarett hier ein unglücklich gewähltes Ziel war. Aber das Statement ist grundsätzlich richtig.

(ebd.)

Wenn das der oft herbeigeschriebene und herbeigesprochene politische Nachwuchs ist, ist das wohl so mit das Schlimmste, was unsere politische Bildung bisher hervorgebracht hat.

P.S. Wem die Kommentare nicht genügen der schaue mal ins Piraten-Forum.