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Die Null-Euro-Jobber und das Risiko

Posted in Wirtschaft by imazined on 06/12/2009

Das Unternehmer Magazin impulse berichtete über die Firma Friendly Service, für die Schüler und Studenten in Supermärkten als Einpackhilfen arbeiten. Diese erhalten allerdings nur ihr Trinkgeld, was Friendly Service als ihren Lohn bezeichnet. Die Firma selber erhalte laut impulse drei bis fünf Euro die Stunde für die Einpackhelfer. Nachdem dieser Artikel den Begriff “Null-Euro-Jobber” in den Raum setzte, zog diese Nachricht immer weiter. Sueddeutsche.de berichtet wiederum, dass der Begriff des Null-Euro-Jobbers das Geschäftmodell von Friendly Service beschädigt habe. Ein großer Teil der Supermärkte habe auf den Einsatz der Einpackhelfer verzichtet. Der Geschäftsführer Friendlys Services sieht die ganze Kritik als unberechtigt. Snip von sueddeutsche.de:

Er möchte die berufliche Selbständigkeit in Deutschland fördern und den jungen Leuten vermitteln, "dass jeder selbst für sein Glück verantwortlich ist". Kapitalismus als Erziehungsauftrag. Eigeninitiative ist gefragt. Wer auf die Leute zugeht, bekommt mehr Trinkgeld. Wer mehr Trinkgeld bekommt, darf sich die besten Schichten aussuchen.

Zu dem Modell und einem Sternchen-System bewertet  werden. Wer auf dieser Rankliste oben steht kann sich seine Schichten selber aussuchen und der Rest bekommt die, die noch übrig sind. Diese Regeln kann man sich auf der Website von Friendly Service selber anschauen. Dort gibt es ein “Handybuch für Servicekräfte” zum Download. In diesem ist unter anderen festgelegt, dass die gesetzlichen Pausenzeiten eingehalten werden, da:

Die Schichtzeiten sind mit einer durchschnittlichen Dauer von 5 Stunden und einer zu erwartenden Leerlaufzeit so angelegt, dass sie dieser Forderung nachkommen.

Dass die Einpackhelfer sich jetzt schützend vor Friendly Service stellen und argumentieren, dass sie tw. zwischen 7-15 Euro verdienen, ist die eine Seite der Medaille, auf der anderen Seite wird nirgendwo ausgeprochen, was dieses Unternehmen macht. Es lagert das Unternehmerrisko fast ausschließlich auf die Einpackhelfer aus und behält gleichzeitig die Weisungsbefugnis. Würden die Einpackhelfer auf eigene Rechnung arbeiten und direkt mit den Supermärkten verhandeln, bakämen sie evtl. nicht automatisch mehr Geld, aber sie hätten mehr Möglichkeiten über die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit zu verhandeln. Das Risiko bliebe das Gleiche.

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