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2009 war ein gutes Filmjahr

Posted in Film by imazined on 29/12/2009

Das war die Erkenntnis, die sich mir ergab, als ich mal Revue passieren ließ, was ich dieses Jahr alle im Kino sah. Deshalb die ungewertete Top-/Geht-so-/Och-Nö- und Will-ich noch-sehen-Liste:

Top:

  • Sturm von Hans Christian Schmidt
    Einer der spannendsten Filme des Jahres. Man weiß nie, was die nächste Bedrohung ist, wer noch alles mit drin steckt. Und wer die guten sind, ist eigentlich von Anfang an so klar und unklar wie die internationale Politik. Für mich der beste Film des Jahres.
  • The Wrestler von Darren Aranofsky
    Über diesen Film wurde schon so viel geschrieben: Mickey Rourkes Rückkehr als Schauspieler, Darren Aranofsky, der sich im Beobachtenden versucht und einer von zwei großen Filmen über alte Männer in den USA
  • Gran Torino von Clint Eastwood
    Der andere Film über alte Männer in den USA. Nur dass dieser einer der anständigen ist, der versucht gegen die Ghettosierung seines Viertels aufzubegehren. In Client Eastwoods mal wieder letztem Film als Schauspieler kommen viele der Bilder, die den Mythos Eastwood ausmachen wieder zusammen.
  • Mitte Ende August von Sebastian Schipper
    Einer meiner persönlichen Lieblinge. Bei weitem noch nicht perfekt, aber er hat Momente einer Beziehung eingefangen, die so aufrichtig selten erzählt werden.
  • Inglorious Bastards von Quentin Tarantino
    Quentin Tarantino halt. Nicht einer seiner besten, aber die ständig neuen Superlative zu erwarten, wird auch langsam unfair. Ein unterhaltsam gezähmtes Monster von Film, das überraschend gewaltarm ist. Und ich habe mich spontan in Melanie Laurent verliebt.
  • Der Knochenmann von Wolfgang Murnberger
    Eine tiefschwarze Komödie, über den Geschmack menschlichen Gulaschs und anderer Unappetitlichkeiten. Zugleich "die schönste Liebesgeschichte der Berlinale" (keine Ahnung wer das sagte, aber die Liebesgeschichte ist schön)
  • The Hurt Locker von Kathryn Bigelow
    Kathryn Bigelow ist zurück! Und mit einem Kriegsfilm im Irak, der einen ganz eigenen Platz unter all den aktuellen Filmen zu dem Thema verdient hat. Ganz nebenbei geht sie natürlich auch ihrem Lieblingsthema, der Sucht nach Gefahr nach.
  • (500) Days of Summer von Marc Webb
    Eine romantische Komödie, die eigentlich garnicht romantisch enden dürfte. Einfach die letzten 30 Sekunden vergessen und einen Film genießen, der durchaus mit High Fidelity aufnehmen kann
  • District 9 von Neill Blomkamp
    Science-Fiction im Hand-Kamera-Doku-Look. Außerirdische sind auf die Erde geflohen und leben dort in einem Slum bei Johannesburg. Dubiose Geschäftemacher hoffen auf neue Waffen und ein Bürokrat, der die Aliens zwangsumsiedeln sollte, gerät zwischen alle Fronten. Komische Inhaltsangabe, toller Film
  • Whisky mit Wodka von Andreas Dresen
    Wolfgang Kohlhase und Andreas Dresen taten sich Sommer vorm Balkon nochmal zusammen und machten einen Film übers Filme machen. Mit liebevoll beobachtenden Figuren und einem Witz, der sich, so fürchte ich, erst wirklich erschließt, wenn man mal am Set gearbeitet hat

Geht so:

  • Star Trek von J.J. Abrams
    J.J. Abrams verfilmt Star Trek, das konnte ja nur ein Hype werden. Der Master of Hype wird hier Master of Lensflare. Die nerven neben einigen unglaublich dicken Logiklücken und ärgerlichen Zufällen. Aber trotzdem ist das der Film, den Star Trek Reihe nötig hatte. Sozusagen der Casino Royale von Star Trek. Nicht gemocht wird der wahrscheinlich von Leuten, die Aussprachefehler im Romulanisch finden, oder solche Aliens eh ablehnen
  • Zombieland von Ruben Fleischer
    Drauf gefreut, gesehen, "mep" gedacht und trotzdem gelacht. Kein Vergleich mit Shaun of the Dead – dieser Film ist lieber lieb, ein paar coole Arten ein Alien zu töten gibt es aber trotzdem. Und Szene mit der Nachbarin ist die nächste Stufe im Hollywood-Nerd-Klischee.
  • The Brothers Bloom von Rian Johnson
    Noch so ein Fall, drauf gefreut und "mep" – Der Regisseur Rian Johnson hatte mit Brick einen Film vorgelegt, der viele Erwartungen weckte. Dann tauchte noch die Eröffnungssequenz (s.u.) bei Youtube auf und ich war mir sicher, dass wird einer der Filme. Leider schafft der Film das Ding nicht weshalb sowohl die Eröffnung und Brick so wunderbar trotz aller Twiste funktionieren: eine Geschichte zusammenzuhalten. Lustig isses trotzdem.

    Leider nicht so toll, wie die Einführungssequenz, die es vorab zu sehen gab:

  • Whatever Works von Woody Allen
    Woody Allen wieder in New York und Larry David von Curb Your Enthusiam als der noch zynischere Woody. Nix neues, aber dafür mit Esprit gespielt und einige hübsche Seitenhiebe auf bibelfeste Christen in Zeiten der Versuchung.

Och nö

  • Das weiße Band von Michael Haneke
    Mal wieder hat Haneke mich nicht überzeugt. Mehr erzähl ich bei einem Bier, solche Diskussionen gehen erwartungsgemäß lange und führen mitten in die Grundsatzdiskussionen des Filmemachens hinein.
  • Alle anderen von Maren Ade
    Das erste mal seit langer Zeit, dass ich das Kino verlassen habe. Gibt es irgendeinen Grund, außer dass Film sonst nicht funktionieren würde, warum sich beiden noch nicht getrennt haben?
  • Ashes of Time – Redux von Wong Kar-Wai
    Wong Kar-Wais verschwundener Film, an dem parallel zu den großartigen Chungking Express und Fallen Angels arbeitete. Jetzt weiß ich auch, warum er die zwischendurch drehen musste. Ungenießbares steifes Epos.
  • Mein halbes Leben von Marko Doringer
    Noch so ein Fall von Trailer gesehen, drauf gefreut und diesmal WTF gedacht. Ein Anfang dreißigjähriger Kreuzberg-Rumhänger mit Regieanspruch macht einen Dokumentarfilm, warum er sein Leben nicht auf die Reihe bekommt. Wenn er noch mehr und seine wirklich tollen Freunde noch weniger vorgekommen wären, wäre ich nach der Vorstellung zu ihm nach Hause gegangen und hätte ihm ein paar Dinge übers Leben erzählt. Seine eigenen Füße zu filmen, ist übrigens auch keine innovative Visualisierungs-Idee.
  • The International
    Ich mag Tom Tykwers Filme sehr, bisher. Aber diesen Film hätte ich beinah vergessen. Er interessierte mich während des Anschauens nicht mehr. Wie man aus diesem Stoff so wenig machen kann, ist mir nicht klar.

Will ich noch sehen:

  • The Curious Case of Benjamin Button
  • Shotgun Stories
  • Slumdog Millionar
  • Jerichow
  • Up
  • Love Exposure
  • Die Klasse
  • The Cove
  • Soul Kitchen
  • Milk
  • Wendy and Lucy
  • Zack And Miri Make A Porno
  • Limits of Control
  • Gigante
  • Die Anwälte
  • Il Divo
  • So glücklich war ich noch nie

Insgesamt doch ein gutes Jahr und erfreulich wenig von den klaren Blockbustern, die die Kinos leicht macht verstopfen. (Von Avatar mal abgesehen)

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